Eine Landingpage für SEO und SEA?
Eine gemeinsame Landingpage für organische und bezahlte Besucher*innen wirkt auf den ersten Blick effizient, ist in der Praxis jedoch häufig der zentrale Performance-Limiter. Dies gilt insbesondere im B2B-Bereich für erklärungsbedürftige Produkte, lange Entscheidungszyklen und mehreren Stakeholdern.
Eine Landingpage für SEO und SEA?
B2B-Unternehmen verfolgen mit SEO und SEA dasselbe Ziel: qualifizierte Entscheider*innen auf eine Landingpage zu bringen, die Vertrauen aufbaut, Orientierung bietet und am Ende zu einer Anfrage, Demo oder Kontaktaufnahme führt.
Was in der Praxis häufig unterschätzt wird
Nicht das Ziel unterscheidet SEO und SEA, sondern der Entscheidungskontext, in dem Nutzer*innen auf die Landingpage gelangen.
Und genau dieser Kontext ist im B2B besonders komplex. Denn B2B-Produkte sind selten selbsterklärend. Sie sind erklärungsbedürftig, oft hochpreisig, und die Entscheidung wird nicht von einer Person allein getroffen, sondern von mehreren Rollen im Buying Center. Entsprechend lang und fragmentiert sind die Entscheidungswege. Landingpages, die diesen Kontext ignorieren, verlieren Performance egal wie gut Kampagnen oder Rankings sind.
Eine Landingpage für SEO und SEA funktioniert nur dann, wenn sie erklären und entscheiden helfen kann. In den meisten B2B-Fällen ist das nicht möglich und getrennte Landingpages performen deutlich besser.

Warum organische und bezahlte Besucher*innen anders konvertieren

Der wichtigste Unterschied für eine gemeinsame Landingpage oder getrennte Seiten entsteht bereits vor dem Klick im Kopf der Nutzer*innen.
Der unterschätzte Unterschied: Das Versprechen aus der Anzeige
Der wichtigste Moment passiert bereits in den Suchergebnissen oder in der Anzeige. Hier entsteht ein mentales Versprechen. Genau dieses Versprechen muss die Landingpage sofort einlösen.
Typische Nutzerfragen in diesem Moment:
- Bin ich hier richtig?
- Erhalte ich genau das, was mir angekündigt wurde?
- Wie schnell komme ich zur Lösung?
Je klarer die Antwort darauf ist, desto höher die Conversion-Wahrscheinlichkeit.
Warum SEA nicht auf der Landingpage beginnt
SEO-Besucher*innen (organisch) befinden sich in einer Orientierungs- oder Explorationsphase und suchen nach Einordnung, Vergleich und Verständnis. Sie sind selten sofort „conversion-bereit“ und erwarten Inhalt, Tiefe und Kontext.
SEA-Besucher*innen wollen dagegen entscheiden und nicht lernen. Nutzer*innen klicken auf die Anzeige, weil sie dort ein klares Signal erhalten haben:
ein Preis, ein Vorteil, ein konkretes Angebot oder eine eindeutige Handlung.
Sie erwarten, dass die Zielseite das Signal sofort bestätigt.
Genau hier scheitern viele Seiten:
- Sie erklären zu viel.
- Sie relativieren das Angebot.
- Sie zwingen Nutzer*innen, sich neu zu orientieren.
➡️ Wenn eine Landingpage die Erwartung der Anzeige nicht sofort erfüllt, sinken die Conversions und der Qualitätsfaktor.
Warum eine gemeinsame Landingpage oft schlechte Performance liefert
Unternehmen mit einer gemeinsamen Landingpage, einer „One-fits-all-Landingpage“ sehen häufig:
- hohe Absprungraten bei SEO
- niedrige Conversion Rates im SEA
- steigende CPCs durch schlechte Qualitätsfaktoren
- viele Klicks, aber wenig qualifizierte Leads
Die Ursache ist strukturell, nicht strategisch. Die zentrale Aufgabe einer SEA-Landingpage ist nicht Information, sondern Entscheidungssicherheit.
Das bedeutet konkret:
- weniger Kontext
- mehr Klarheit
- weniger Optionen
- mehr Führung
- weniger Tiefe und
- mehr Relevanz
Eine gemeinsame Landingpage versucht gleichzeitig zu erklären und abzuschließen. Beide Zielsetzungen erfüllen zu wollen, scheitert jedoch zumeist.

Was ist das eigentliche Ziel einer SEO-Landingpage im B2B?

Eine SEO-Landingpage ist häufig der erste echte Berührungspunkt mit einem Anbieter. Ihr primäres Conversion-Ziel ist nicht der Lead sondern Vertrauen aufbauen und fachliche Kompetenz zeigen.
Eine wichtige Aufgabe einer SEO-Landingpage ist die Unsicherheit zu reduzieren und eine gewisse „Entscheidungsreife“ herzustellen.
Erfolgsfaktoren für SEO-Conversions
- klare thematische Fokussierung auf ein Suchproblem
- erklärende, strukturierte Inhalte (keine Sales-Floskeln)
- Vergleiche, Kriterien, Einordnungen
- zurückhaltende, kontextuelle CTAs
➡️ SEO-Conversions sind oft zeitversetzt – zahlen aber stark auf spätere SEA- und Direct-Conversions ein.
Woran man funktionierende SEA-Landingpages erkennt
Eine SEA-Landingpage ist ein Conversion-Werkzeug. Seiten, die im SEA nachhaltig performen, weisen auffällige Gemeinsamkeiten auf:
Erfolgsfaktoren für SEA-Conversions
- ein klares Nutzenversprechen mit direktem CTA im sichtbaren Bereich
- kurze Module, die Einwände antizipieren statt erklären
- wenige, gezielte Vertrauenselemente
- keine Ablenkungen oder Nebenpfade
- hohe Ladegeschwindigkeit und technische Stabilität
➡️ Alles, was nicht zur Conversion beiträgt, senkt Performance.

Der meist unterschätzte Faktor: sich verändernde Keywordsets

Warum ist die Optimierung von Landingpages für die Auffindbarkeit für Suchmaschinen wichtig?
SEA-Kampagnen zeigen erst im Betrieb, welche Suchanfragen wirklich konvertieren. Wenn sich das Keywordset ändert, muss sich in Folge die Landingpage ändern. Alles andere führt zu Performance-Verlust.
Deshalb ist Conversion-Optimierung keine einmalige Maßnahme, sondern ein fortlaufender Prozess.
Warum SEA-Zielseiten kein Einmalprojekt sind
SEA-Landingpages müssen getestet, angepasst und technisch gepflegt werden. Das lohnt sich besonders bei:
- hochpreisigen Angeboten
- skalierbaren Kampagnen
- klar positionierten Leistungen
Fehlen Ressourcen, ist eine gut optimierte SEO-Seite oft die bessere Basis.
Können hybride Landingpages im B2B-Bereich erfolgreich sein?
Das „Messy-Middle-Modell“ von Google beschreibt, dass Nutzer*innen zwischen Exploration und Evaluation hin- und herspringen.
SEO bedient eben diese Exploration. SEA bedient die Evaluation. Eine Seite, die beides gleichzeitig versucht erklärt demzufolge zu viel für SEA und verkauft zu früh für SEO.
Wenn SEO & SEA zusammenspielen, entstehen bessere Landingpages.
SEO zeigt, was Nutzer*innen wissen wollen.
SEA zeigt, wann sie handeln.
Gemeinsam entstehen:
- bessere Entscheidungslogiken
- konsistente Customer Journeys
- datenbasierte Optimierungen statt Bauchgefühl

Faktoren für eigene SEA-Landingpages
höhere Conversion Rates
Kanal-spezifische Landingpages erfüllen exakt die Erwartung aus Keyword und Anzeige.
bessere Qualitätsfaktoren erzielen
Hohe inhaltliche Übereinstimmung signalisiert Google maximale Relevanz.
kampagnenspezifisch optimierbar
Eigene Landingpages lassen sich gezielt an Keywordsets, Argumente und CTAs anpassen.
Praxisbeispiel aus dem SaaS-Bereich: Projektmanagement-Software
Stellen wir uns vor, jemand sucht nach „Projektmanagement Software testen“ oder klickt auf eine Google-Ads-Anzeige mit dem Versprechen „Projektmanagement-Tool: 14 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte“.
Was diese Nutzer*innen nicht wollen:
Sie möchten in diesem Moment
- keine allgemeine Erklärung, was Projektmanagement ist
- keinen historischen Überblick über agile Methoden
- keinen Vergleich aller Tool-Kategorien am Markt.
All das gehört in SEO-Touchpoints früher in der Journey.
Was sie jetzt erwarten ist eine SEA-Zielseiten, die folgende Fragen beantwortet:
- Was kann das Tool für mein Team leisten?
- Wie schnell kann ich starten?
- Ist die Demoversion wirklich kostenlos und ohne Risiko?
- Für wen ist das Tool gedacht (Teamgröße, Use Case)?
- Was ist der nächste Schritt?
Wie eine gute SEA-Landingpage im SaaS aussieht
Eine starke SEA-Zielseite für ein SaaS-Produkt zeigt deshalb sofort:
- das Test-Versprechen prominent im Above-the-Fold
- 3–5 konkrete Use-Case-Vorteile (z. B. Planung, Kollaboration, Reporting)
- klare Hinweise zu Setup-Dauer und Einstiegshürden
- gezielte Vertrauenselemente (Kund*innenlogos, Bewertungen)
- einen wiederkehrenden CTA wie „Jetzt kostenlos testen“ oder „Demo starten“.
Warum eine typische SEO-Produktseite hier scheitert
Viele SaaS-Unternehmen leiten SEA-Traffic auf umfangreiche Produkt- oder Feature-Seiten. Diese sind für SEO sinnvoll, für SEA aber problematisch: zu viele Einstiege, zu viele Detailerklärungen, zu viele Optionen statt einer klaren Handlung. Das Ergebnis: Nutzer*innen vergleichen weiter, vielleicht sogar auf der Website der Konkurrenz.
Wer nach einem konkreten Abschluss sucht, möchte nicht überzeugt werden, dass er ein Tool braucht, sondern wissen, warum dieses jetzt die richtige Wahl ist.
Brauche ich immer getrennte Landingpages für SEO und SEA?
Nein. Aber immer dann, wenn:
- Produkte erklärungsbedürftig sind
- SEA-Keywords entscheidungsnah sind
- die SEO-Seite bewusst tiefgehend ist
Kann eine SEO-Seite auch im SEA funktionieren?
Ja, wenn sie:
- modular aufgebaut ist
- Above-the-Fold klar zuspitzbar ist
- nicht zu viele konkurrierende Ziele hat
Warum sinkt meine SEA-Conversion trotz guter Anzeigen?
Eine häufige Ursache ist, dass die Landingpage das Anzeigenversprechen nicht schnell genug bestätigt.
Wie oft sollte eine SEA-Landingpage optimiert werden?
Kontinuierlich, basierend vor allem auf:
- Suchanfragen
- Conversion-Daten
- Lead-Qualität



